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Sinnesorgane beim Pferd
Die Nervenbahnen leiten im Sinne einer Schutzeinrichtung dem Zentralnervensystem Umweltreize (Hautsinne) und einige Organreize (Organsinne) weiter. Dort wird beurteilt und eventuell reflexartig zurück geleitet und reagiert. Die Schmerzempfindungen sind beim Pferd unterschiedlich verteilt. Die Hals-, Rücken- und Gliedmassenhaut ist relativ unempfindlich im Vergleich zur Haut an Nase, Lippen, Augen, Ohren und Bauch.
Eine besondere Art der Sensibilität stellt der Tiefensinn dar. Dieser läuft meist unbewusst ab. Der Muskeltonus wird zum Beispiel über Rezeptoren überwacht, diese leiten die Informationen über die Stellung der Gliedmassen dem Nervenzentrum mit. Diese im Kleinhirn untergeordneten Reize sind bei Pferden (und anderen Lauftieren) mit unterschiedlichen Gangarten, Sprüngen und Wendungen von herausragender Bedeutung.
Das Gehirn
Das Gehirn des Pferdes (Verhältnis von Gehirn zum Reflexzentrum Rückenmark beträgt 2:1) hat im vergleich zu dem eines Menschen (Verhältnis von 45:1) nicht weniger Gehirnmasse, sondern es bedeutet, dass seine Bestimmung gemäss als Lauftier, vor allem eine im Rückenmark reflexkoordinierte Motorik und vegetative Überwachung der voluminösen Körberorgane benötigt.
Das Auge
Der Augapfel des Pferdes besitzt einen Durchmesser von etwas unter 50mm, wobei der Querdurchmesser um wenige Millimeter grösser ist als die Längs- und Höhendurchmesser. Die Wand des Augapfels ist dreischichtig. Die Sclera (äusserste Augenhaut) besteht aus Bindegewebszellen, die an der Vorderseite zur durchsichtigen Hornhaut (Cornea) umgestaltet ist. Die Adlerhaut (mittlere Augenhaut) besitzt grosse Blutgefässe und Pigmentzellen in der hinteren Hälfte, seitlich bildet sie den Aufhängeapparat der Linse und vorne umschliesst sie als dunkelbraune Iris (Regenbogenhaut) die Pupille. Die Retina (innere Augenhaut oder auch Netzhaut) trägt vor ihrer Pigmentschicht die Sinneszellen (Stäbchen und Zapfen), sowie weitere Nervenzellen die den lichtbedingten Reiz filtern und über den Sehnerv dem Gehirn weiterleiten.
Den beiden Augäpfeln wird funktionell je eine Sehachse zugeordnet, die einem Winkel von 90° divergieren. Somit entsteht ein relativ kleines Feld für das gemeinsame Sehen der beiden Augen. Die Muskelbewegungen die die Augen koordiniert bewegen, und von dehnen es mehrere gibt, funktionieren unabhängig voneinander, da die mehrschichtigen Augenfaszie und Fettpolster als Gleitkörper eingebaut sind.
Die Hornhaut, welche sehr empfindlich ist, wird durch die beiden Augenlider mit ihren langen Wimpern geschützt. Bei Druck von vorne auf das Auge oder bei Tetanuskrampf wird noch ein drittes Augenlied (Nickhaut mit dem Blinzknorpel angelegt) sichtbar, dass über die Hornhaut vorspringt (Nicht selber Testen!). Eine zweite Aufgabe des Augenlids ist die Flüssigkeit, die von der Tränendüse her stammt, über die Hornhaut zu verteilen. Die Tränenflüssigkeit sammelt sich im so genannten Tränensee und fliest aus dem Bindehautsack durch die beiden nasenseitigen punktförmigen Öffnungen in den Tränennasenkanal ab. Dieser Kanal ist ca. 25 cm lang und endet im Naseneingangsbereich.
Das Ohr
Wie beim Menschen ist auch beim Pferd das Ohr gleichzeitig auch das Gleichgewichtsorgan. Natürlich auch der Hörapparat befindet sich im Ohr. Beides wird vom Schläfenbein knöchern umschlossen.
Das äussere Ohr besteht aus der trichterförmigen Ohrmuscheltüte und dem äusseren Gehörgang. Die Funktion besteht darin die Schallwellen einzufangen und durch den Gehörgang weiter bis zum Trommelfell zu leiten. Die Beweglichkeit der Ohrmuschel, die wie beim Mensch gebaut ist bis auf das sie in einer Spitze endet, wird durch die Muskeln die die Ohrmuschelbasis umfassen hervorgerufen. Diese Bewegungen widerspiegeln die Launen und Mimik der Pferde.
Das Mittelohr umfasst die Paukenhöhle, Gehörknöchel (Hammer, Amboss, Linsenbein und Steigbügel. Begriffe wie aus einer Werkstat. Sind aber alle im Ohr zu finden beim Pferd wie auch beim Menschen.). Dies ist die Verbindung der Schalleitung des Trommelfells mit dem Zugang zur Gehörschnecke im Innenohr.
Das Innenohr besteht aus der Gehörschnecke und drei Bogengänge, sowie den Vorhof des Gleichgewichtsorgans. In der Schnecke zieht, ein gedrehter Spindel ähnlich, das Gehörorgan als doppelter Hautschlauch zur Schneckenspitze. In der Mittleren Trennwand befinden sich die Sinneszellen die die verschiedenen Reize der Schallwellen ans Gehirn weiterleiten. Das Gleichgewichtsorgan beginnt an der Schneckenbasis. Es hat dort zwei Vorhofabteilungen, deren Sinneszellen kammartig in das flüssigkeitsgefüllte Lumen Vorrang. Ähnlich werden die Sinneszellen der Ampullen, der in drei Richtungen des Raumes senkrecht aufeinander stehender Bogengänge, durch Richtungs- und Drehbewegungen des Kopfes erregt. Ihre Reizungen geben sie über den Gleichgewichtsnerv ans Gehirn weiter. Das Gesamte Innenohr ist nur etwa 10mm hoch.
Die Nase
Die Nervenzellen des Riechfeldes befinden sich in der Schleimhaut des Nasengrundes am Siebbeinlabyrinth. Ihre Leistung liegt zwischen der eines Hundes und der des Menschen. Die Riechhärchen (Nervenzellenfortsätze) nehmen die Geruchsreize der im Drüsensekret der Nasenhöhlen gelösten Moleküle auf, leiten sie weiter über die Riechnervenfäden weiter bis zum Riechhirn.
Der Mund
Über nahezu die ganze Zungenschleimhaut sind so genannte Geschmacksknospen verteilt. Dort sind einige Deckzellen zu Geschmackszellen umgebaut, die mit ihren feinen Fortsätzen die Oberflächen erreichen. Diese erkennen die aus den gelösten Stoffen den Geschmack und geben diesen Reitz über die Kopfnerven an das Gehirn weiter. Die Geschmackzellen befinden sich an der Seite und an der Spitze der Zunge, sowie an der Zungenwurzel auf jeder Seite auf der blattartigen Papille (am hinteren Seitenrand).