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Die Königsklasse
Ohne einen Spezialisten sollte sich niemand an diese sehr schweren Anforderungen an ein Pferd und dessen Reiter/Besitzer wagen.
Ein Pferd muss eine besondere Eignung mitbringen um diese schweren Lektionen erlernen zu können. Jeder dieser Lektionen muss zuerst an der Hand entwickelt und einwandfrei sitzen bevor man später diese auch reiten kann. Auch an den Reiter erfordert die Schule über der Erde hohe Anforderungen. Nicht umsonst wird man an der Spanischen Hofreitschule in Wien erst dann Oberbereiter, wenn man ein Pferd bis zur Schule über der Erde gefördert hat.
Lektionen die zur Hohen Schule über der Erde gehören
Die Levade
Die Levade wird aus der stark verkürzter Piaffe entwickelt. Das Pferd tritt immer weiter unter sein Gewicht, bis es sich vorne erhebet. Da die Levade sehr anstrengend ist, verlangt man nicht zuviel auf einmal. Schon ein andeuten dass das Pferd die Vorderbeine hebt wird gelobt. Die korrekte Levade ist dann erreicht wenn sich das Pferd bis zu einem Winkel von 30-35° erhebt. Je tiefer das Pferd gesetzt ist, umso besser die Qualität der Levade. Denn alle anderen Lektionen von der Schule über der Erde, werden aus der Levade abgeleitet. Die Levade so wie auch die Pesade, haben nichts mit dem Allgemeinen Steigen zu tun. Wenn sie korrekt erlernt ist, wird ein Pferd die Levade nicht als Angriffstaktik verwenden. Anders das normale Steigen, dort besteht die Gefahr, dass sich ein Pferd mit dem Steigen wehrt. Ist die Hinterhand des Pferdes kräftig genug und ist das Pferd routiniert an der Hand, wird es unter dem Reiter keine grossen Probleme geben.
Der Mésair bezeichnet eine Levade mit Vorwärtsbewegung. Das Pferd Leviert aus der Piaffe, setzt die Vorhand kurz ab, um mit den Hinterbeinen währenddessen nachzusetzen. Darauf Leviert das Pferd wieder und so weiter. Ein Pferd dass die Terre à Terre beherrscht, kann die Mézair auch aus dieser erlernen. Die Terre à Terre wird solange verkürzt bis das Pferd in die Mézair übergeht.
Die Pesade
Im eigentlichen Sinn ist die Pesade die Vorübung der Courbette. Das Pferd erhebt sich höher, wobei die Hinterbeine deutlich mehr gestreckt sind als in der Levade. Es gibt Pferde die sehr geübt sind, die können eine Pesade bis zu 20 Sekunden ausharren. In dieser Haltung braucht ein Pferd hauptsächlich die Balance zu halten. Der Kraftaufwand ist deutlich geringer als bei der Levade.
Die Courbette
Durch das Touchieren beider Hinterbeine wird aus der Levade die Courbette entwickelt. In dieser Lektion, bewegt sich das Pferd vorwärts mit ausdrucksvollen Sprüngen aus der Hinterhand. Die Vorderhand berührt den Boden hierzu nicht. Es können bis zu vier deutlichen Sprünge verlangt werden. Wobei dies schon eine unglaubliche Leistung ist (Es wurden schon bis zu 10 Sprüngen gezählt). Um eine Courbette zu erlernen braucht es drei Personen. Jeder von diesen drei Personen sollte nicht zum ersten mal ein Pferd in der Hohen Schule Ausgebildet haben. Der Erste hält das Pferd gerade an der Bande mittels einem im Kappzaum eingehängtem Führzügel. Der Zweite befindet sich hinter dem Pferd, mit einer an dem Kappzaum eingehängter Doppellonge. Die Doppellonge läuft durch die hochgezogenen und geknoteten Steigbügel um eine tiefe Führung zu gewährleisten. Der Dritte steht auf der Höhe der Kruppe und sorgt durch touchieren für den Untertritt, Hakenbiegung und das Abspringen des Pferdes.
Sollten Sie die Courbette und andere Sprünge Ihrem Pferd beibringen wollen, lassen Sie die Finger davon, und begeben sich in professionelle Hände. Denn es braucht wirklich sehr gute Vorarbeit und einen sehr hohen Ausbildungsstand von Pferd und Reiter.