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Lipizzaner

Rund ums Pferd > Rassen

Der Wiener, der eigentlich Spanier ist.

Durch die spanische Hofreitschule in Wien wurde der Lipizzaner bekannt. Die Lipizzaner stehen im barocken Typ, sind vorwiegend Schimmel obwohl in Wien immer ein Brauner im Stall steht und dies seit Generationen. Sie besitzen einen Athletischen Körberbau und sind besonders rittig. Gerade letzteres macht sie besonders für die »Schulen über der Erde« - Croupade, Courbette und Kapriole beliebt.
Der Name »Spanische Reitschule« zeigt schon, woher die Pferde ursprünglich stammen. Die Gründerherde stammt von spanischer Pferde (Andalusier) ab. Erzherzog Karl II. brachte damals neun Hengste und 24 Stuten von Spanien nach Österreich und begründete damit das Gestüt in Lipizza in der Nähe von Triest, das damals noch zu Österreich gehörte (heute zu Jugoslawien).

Als sie 1815 wieder zurückkehrten nachdem sie wegen des Krieges geflohen waren, hatte die Zucht innerhalb dieses Jahrzehnts schwer gelitten. Doch nun begann wieder ein sorgfältiger Zuchtbetrieb, und Kaiser Franz Joseph 1. ordnete an, dass die Pferde wieder nach Lipizza kommen sollten, wo die Zuchtbedingungen ideal waren.

Als wieder Krieg ausbrach, mussten sich die wertvollen Zuchthengste und vierjährigen Stuten auf die Reise begeben. Sie kamen nach Laxenburg, einem Gestüt in der Nähe von Wien, während die anderen Tiere in ein schon seit langem bestehendes Gestüt in Böhmen gebracht wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Lipizza Italien zugeschlagen, und die Pferde wurden zwischen Italien und Osterreich aufgeteilt. Die österreichischen Pferde kamen in das heutige Gestüt Piper in der Weststeiermark, die italienischen blieben in Lipizza. Nach dem ende des 2. Weltkrieges kamen die Pferde endgültig nach Piper.

Während der gesamten Zuchtgeschichte ragten sechs große Hengste heraus, auf die sich die gesamte Zucht begründet und auch noch heute alle Lipizzaner zurückzuführen sind.

Der erste große Hengst war Pluto, ein original spanisches Pferd, das 1765 im dänischen Königsgestüt von Fredericksborg geboren wurde. Danach kam der Rappe Neapolitano Conversano, ebenfalls von spanischer Herkunft.
1779 wurde der Falbe Favory im Kladruber Gestüt geboren.
Ein weiterer Neapolitaner - Neapolitano - kam 1770 in Poesina in Italien zur Welt.
Der Araberschimmel Siglavy ist Jahrgang 1810,
Der letzte, Maestoso, wurde 1819 von einem Neapolitaner-Hengst aus einer spanischen Stute geboren.

Das Pedigree eines jeden Tieres kann man anhand der Brandzeichen erkennen, mit denen jedes Fohlen im Alter von ca sechs Monaten gezeichnet wird. Das »P« steht für Piber und wird zusammen mit der österreichischen Kaiserkrone auf die linke Kruppe gebrannt.

Das »L« für Lipizzaner ist auf der linken Wange. Auf der linken Sattellage werden zwei Buchstaben eingebrannt, die die Hengst- und Stutenlinie zeigen - »C« für Conversano, »F« für Favory, »M« für Maestoso, »S« für Siglavy, »P« für Pluto und »N« für Naepolitano. Die Zuchtnummer des Fohlens selbst wird auf der rechten Sattellage eingebrannt.


Stockmass: durchschnittlich zwischen 150 und 155 cm
Farbe: hauptsächlich Schimmel, selten Braune.
Kopf: schön geformt, leichtes Ramsnasenprofil. Große Augen, enge Nüstern.
Hals: gut aufgesetzt, mit fülliger Mähne.
Gebäude: kräftiges Kompaktpferd mit guten Muskeln.
Hinterhand: sehr mächtig, hoch aufgesetzter Schweif mit dichtem, seidigem Haar.
Gliedmaßen: kurze Röhren, flache Gelenke, schön geformte Hufe.


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