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Die Schlosspferde
Mitte des 15. Jahrhunderts gründete dann Frederik II. das königliche Gestüt Frederiksborg. Die Grundlagen der Zucht stammten aus dem Klostergestüt Esrom. In unmittelbarer Nähe erbaute dann der Sohn Frederiks II., Christian IV. das Renaissanceschloss Frederiksborg. Christian IV. widmete sich mit großem Engagement der Pferdezucht. Er wählte die Zuchthengste für das Gestüt persönlich aus und importierte der Mode folgend Hengste aus Spanien und Italien. Die dänische Pferdezucht erfuhr unter Christian IV. einen großen Aufschwung, die Glanzzeit erfolgte aber unter der Herrschaft Christians V. In dieser Zeit wurden neben den Weißgeborenen erstmals auch getigerte Hengste als Stammhengste eingesetzt. Der Wunsch nach getigerten Pferden war so groß, dass auf Frederiksborg die Stutenstämme getrennt wurden. Die Weißgeborenen und getigerten von den grauen und gelben. Auch der Stamm der Weißgeborenen war mit 18 Stuten schon sehr groß.Nun zu Gut Knabstrup, von dem die Knabstrupper ihren Namen bekamen. Major Villars Lunn übernahm die Frederiksborger Zucht seines Vaters, zu der hauptsächlich solch helle Stuten gehörten, wie man sie auch auf Lovenborg züchtete. bei der Auswahl seiner Pferde achtete er stets darauf, dass diese ihre Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit unter beweis gestellten hatten. Dazu gehörte auch eine span. Stute, die Lunn vom Metzger Flaebe abkaufte. Er nannte die Stute Flaebehoppen. Sie ist die Stammmutter der Knabstrupper und war ein fuchsmelierter Tigerschecke. Lunn ließ sie von einem gelben Sohn des Baever II vom Gestüt Lovenborg decken. Zur Welt kam ein Hengstfohlen mit dem Namen Flaebehingsten, der auf Gut Knabstrup eine eigene Zucht Begründete. Vom Flaebehingsten erzählt man, dass Mähne und Schweif weiß gewesen sind, und der Körper von vielen Flecken mit unterschiedlicher Farbe überzogen war. Flaebehingsten hatte zahlreiche Nachkommen, der bekannteste von ihnen ist der Hengst Mikkel. Dieser zeugte wiederum viele Nachkommen, die die knabstruppertypische Tiger- scheckung aufwiesen. Somit war Gut Knabstrup zur Zuchtstätte getigerter Pferde in Dänemark geworden.Major Lunn wünschte sich für seine Zucht, dass sie fortbestünde und die Pferdezucht durch passende Anpaarungen zu veredeln sei. Dieses trat aber leider nicht ein. Als Sigismund Lunn den Betrieb übernahm, gab es nur noch wenige getigerte Zuchttiere und durch einen Blitzschlag im Jahre 1891, der den Pferdestall in Brand setze, verlor er weitere 22 Pferde. Dennoch züchtete er mit den übrig gebliebenen Tieren weiter, und da die Zucht von Gut Knabstrup auf das regionale Zuchtgeschehen Einfluß genommen hatte, konnte S. Lunn auf Knabstrupperhengste der Region zurückgreifen. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde dann in Deutschland die IG Knabstrupper gegründet. Dort versuchen einige Liebhaber den barocken Knabstrupper mit persönlichem Engagement und großem Einsatz zu erhalten, bzw. sein Fortbestehen zu sichern. Sehen wir dagegen nach Dänemark, so werden wir mit bedauern feststellen, dass wir dort kaum ein als Knabstrupper eingetragenes Pferd mit mehr als 30% Knabstrupperblut finden. Die heutigen Knabstrupper haben nur noch relativ wenig mit ihren barocken Vorfahren gemein. Sie sind attraktiv gefärbt und variieren manchmal im Typ recht stark. Sie haben einen zumeist großen, leichter Ramskopf, einen kurzen, starker Hals und eine steile Schulter. Der kurze Rist mündet zuweilen in einen langen, weichen Rücken, der über eine matte Nierenpartie in eine leicht abfallende Kruppe übergeht. Bei mittlerem Kaliber ausreichend tief und breit. Ihre Beine sind kurz und korrekt, dabei manchmal etwas schwach im Fundament und weisen wenig Behang auf. Imponierend sind ihre Bewegungen. Die Größe liegt bei rund 160 cm Stockmaß.