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Ohne Huf kein Pferd
Allgemeine Definition der Hufrehe
Hufrehe ist als eine Entzündung der Huflederhaut definiert worden. Dies ist allerdings eine extreme Vereinfachung einer Folge komplizierter, miteinander in Beziehung stehender Vorgänge, die zu pathologischen Veränderungen verschiedenen Grades am Huf führen. Forschungsergebnisse führen zu der Annahme, dass es sich bei der Hufrehe in Wirklichkeit um eine Erkrankung peripherer Gefässe handelt. Diese äussert sich durch verminderte Durchblutung der Kapillaren am Huf, durch ein beträchtliches Ausmass von arteriovenösen Anastomosen (Shunts) sowie ischämische (Ischämie?Verminderung oder Unterbrechung der Durchblutung eines Organs) Nekrose der Huflederhaut und Schmerzen.
Viele Prädisponierende Faktoren die zu Hufrehe führen, sind bekannt. Sie scheinen aber alle einen letztendlich gemeinsamen Mechanismus auszulösen, der zu den pathologischen Veränderungen am Huf führt. In manchen Fällen ist der Schaden so schwer, dass er eine Rotation des Hufbeines bedingt.
Die Futterrehe
Die Hauptbeschäftigung eines Urpferdes lag in seiner Futteraufnahme. Damit waren diese Pferde fast 24 Stunden beschäftigt. Durch die Domestikation und den Menschen wurde dieses Verhalten grundlegend verändert.
Der hohe Bedarf an kurzfristig verfügbarer Energie, kann bei einem so genannten Sport- und Leistungspferd nicht allein durch Gras, Heu und Stroh bewerkstelligt werden. Es wird ergänzt durch Kohlenhydrate, wie Stärke und Zucker, aus Getreideprodukten. Ebenso hat sich die Beschaffenheit des Futters, von faserhaltigem zu vorwiegend zerkleinerten Getreidekörner verändert.
Überblick über Kohlenhydrat-Verdauung des Pferdes:
Die erste Aufspaltung der Kohlenhydrate erfolgt bereits in der Mundhöhle durch das im Speichel befindliche Enzym Amylase:
Im Magen werden die Kohlenhydrate durch Enzyme aus dem Futter und bakteriellen Mikroorganismen verdaut.
Die weitere Verdauung im Dünndarm erfolgt durch körpereigene Enzyme.
Dickdarm (grosser und kleiner Kolon, Mastdarm).
Bei einer übermässigen Aufnahme von Kohlenhydraten, gelangen einige davon unverdaut in den Dickdarm. Hier bieten sie ein vorzügliches Futter für die immer in Lauerstellung befindlichen unerwünschten, Säurebildenden Bakterien. Diese vermehren sich nun in wenigen Stunden sehr stark. Somit sinkt der PH -Wert in den sauren Bereich, so dass die Nutzbakterien plötzlich in grossen Mengen absterben. Beim Tod der Bakterien werden Giftstoffe (Endotoxine) freigesetzt, dringen durch die Daumwand in den Blutkreislauf und lösen - im Huf angekommen - eine verhängnisvolle Reaktion aus. In deren Ablauf entstehen offenbar grosse Mengen feinster Blutgerinnsel, die sich bevorzugt in den Blutgefässen der Huflederhaut festsetzen. In Folge entstehen zahlreiche kleinste, Infarkt ähnliche Bereiche mit starker Mangeldurchblutung. Überdies bewirkt die generelle Übersäuerung des Körpers ein zusätzliches Zusammenziehen der Blutgefässe mit Bildung von arteriellen Shunts. Das Resultat ist eine schwere und sehr schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut.
Weitere Hufkrankheiten:
Hufentzündung
Eine Hufentzündung ist eine Entzündung der Huflederhaut. Auf jedenfalls benötigt diese Enttündung Fachmänische Beurteilung und Behandlung. Die Huflederhaut ist ein Teil der Haut, deren äussere Schicht als Oberhaut Horn erzeugt. Mit der besonderen Fähigkeit der Oberhaut, stetig neues Horn in grossen Mengen zu erzeugen, werden die an das Fussende gestellten Anforderungen in optimaler Weise erfüllt.
Die Huflederhaut bedeckt das Hufbein und die Hufknorpel auf ihren Aussenflächen sowie von unten. Zum Zweck der unterschiedlichen Hornbildung ist sie auf ihrer Oberfläche mit verschiedenen feinen Zöttchen bzw. Blättchen ausgestattet. Dadurch dass die Oberfläche der Huflederhaut nicht eine einfache glatte Fläche darstellt, sondern mit Zöttchen und Blättchen versehen ist, entsteht eine grosse hornbildende Oberhautfläche, die ausserdem befähigt wird, ein verschiedenartiges Horn zu erzeugen. Die Zotten und Zwischenzottenflächen, die Blättchen und Zwischenblättchenflächen beteiligen sich nämlich alle an der Bildung des Hufhorns.
a. Oberflächliche Entzündung, der Eiter steigt auf
und entflieht an der Krone.
b. Tiefe Entzündung der Huflederhaut, der
Eiter bleibt lokal.
Steingallen
Man Unterschiedet trockene und nasse Steingallen. Sie entstehen durch Quetschungen und Zerrungen der Huflederhaut. Sie treten namentlich an beschlagenen Hufen und vorne auf. Die gelben oder roten Steingallenmäler dürfen nicht herausgeschnitten werden, weil dadurch die entsprechenden Huflederhautpartien infiziert werden und Entzündungen entstehen.
Bei nassen und eitrigen Steingallen müssen bei Lahmheiten Eiter oder Brandwasser durch eine möglichst kleine Öffnung herausgelassen werden. Dies geschieht in der Regel im Sohlenwinkel bei Flachhufen.
Steingallenmäler am inneren Eckstrebenwinkel
und im äusseren Sohlenast.
Vernagelung
Darunter sind alle Beschädigungen und Entzündungen der Huflederhaut, welche durch Beschlagsnägel entstehen, zu verstehen. Man unterscheidet zwischen Nagelstich und Nageldruck.
a. Nageldruck am Rande der Huflederhaut
b. Nagel sitzt richtig
Nageltritt
Dies sind Verletzungen an der Bodenfläche der Hufe, die durch das Eindringen spitzer Gegenstände wie Nägel, Eisenkappen, Glasscherben, Steine u.s.w. entstehen.
a. Sohlenlederhaut-Verletzung
b. Strahlkissen-Verletzung
c. Hufbeinbeugesehnen-Verletzung
Kronentritt
Damit werden Verwundungen der Kronengegend bezeichnet, die meist durch den Tritt eines anderen Hufes entstehen. Verletzungen in der Ballengegend nennt man Ballentritte. Besonders gefährlich sind Kronentritte in der Zehengegend, weil hier die gemeinschaftliche Strecksehne nicht tief liegt und verletzt werden kann.
Von oben nach unten:
? Kronentritt
? Hornkluft