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Friese

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Vier tanzende Beine aus der Niederlande

ImJahr 55 bis 120 nach Christus wurde schon über das Friesenpferd berichtet. Obwohl damals gesagt wurde, dieses Pferd sei ungewöhnlich hässlich.
Das Aussehen hat sich aber in den nächsten 1000 Jahren verschönert. Edler Kopf, eher selten ramsig, der hoch aufgesetzter, gebogener Hals unterstützt die stolze Kopfhaltung. Der gut gebaute Körber ist kompakt. Der Friese hat eine starke, breite Brust, Starke Schultern, runder Widerrist und ist muskulös. Was ihn zu einem tollen Fahrpferd macht. Der Friese hat einen mittellangen Rücken, mit einermuskulösen Kruppe die leicht gespalten und abfällt ist. Der Schweif ist tief angesetzt. Die Hinterhand ist kräftig, die Beine haben große, klare Gelenke.Die Hufe sind dunkel und hart. Das üppige Langhaar und der starke Kötenbehang ist typisch für den Friesen.
Der Friese trug früher Ritter in die Kreuzzüge. Später, etwa im Jahr 1568-1648 wurde er vom Andalusier abgelöst. Dennoch war der Friese Jahrhundertelang das beste, schwere Kriegspferd Europas.
1879 wurde dann das erste Stutenbuch eröffnet. Dennoch starb der Friesetrotz im frühen 20. Jahrhundert beinahe aus. Im Jahr 1913gab es gerade noch drei Friesenhengste in Friesland.
Im zweiten Weltkrieg, wurde aber der Bestand gesichert. Wegen der Knappheit von Benzin, wurden die niederländischen Bauern dazu gezwungen, wieder Pferde einzusetzen.
Der erste Verband wurde 1954 gegründet und durfte sich „königlicher Verband“ nennen. Auch heute gelten zur Zucht strenge Regeln.
Der F.P.S. Holland, befolgt die strengen Regeln und steht für Korrektheit. Durch alljährliche Körungen, wird Weltweit die Zucht überwacht.
Früher zog der Friese die Leichenwagen und seit 1986 denLieferwagen des Londoner Kaufhaus Harrods.
Der Friese wird heute vor allem zum Klassischen Dressurreiten und zum Kutschenfahren eingesetzt. Im Zirkus hat der Friese einen hohen Stellenwert. Probleme gibt es wirklich selten.
Schwarze Perlen aus Friesland - die königlichen Rappen aus Holland Überall, wo Friesenpferde öffentlich auftreten, gehören sie zu den Publikumslieblingen. Die holländischen barocken Rappen, verzaubern durch ihr wallendes Langhaar, bestechen durch ihre pechschwarze Farbe und faszinierendie Menschen mit ihrem sanften und menschenbezogenen Charakter. Wer sich einmal näher mit dieser Pferderasse befasst hat, unterliegt dem Charme und Ausstrahlung dieser königlichen Extravaganz.
Vom Streitross zum FreizeitkameradenDas Friesenpferd ist eine der ältesten Pferderassen Europas. Es entstand an den Ufern der Nordseeküste, wo der germanische Volksstamm der Friesen, genannt Frisii, eine Grossrahmige Pferderasse von ca. 150cm Stockmass züchtete. Die sich nach Knochenfunden wesentlich von Kaltblütern unterschied.Die Geschichte des Urfriesenpferdes (equus robustus) lässt sich weit bis ins erste Jahrhundert zurückverfolgen. Das Friesenpferd wurde schon in Schriften von Tacitus und Julius Cäsar erwähnt und von den Römern nach England exportiert. Dort prägte der Friese in frühester Zeit andere bekannte Pferderassen, wie das Fellpony, dasDalespony, das Shire und das Clydesdale. Der Friese beeinflusste aber auch andere Pferderassen. Wie das aus Norwegen stammende Dölepferd, das aus Frankreich kommende Mérens, Pferderassen in Amerika u.a. das Morgan Horse und die russische Traberrasse Orlow.Die jüngste Blutauffrischung durch (einen) Friesen geschah 1974 in Kladruby, dem bekannten tschechischen Hauptgestüt, wo die Kladruber gezüchtet werden. Der im alten barocken Typ stehende Friesenstammbuchhengst Romke 234 (geb. 1966) der mit seinem Exterieur und Ramskopf bestens zu den Altkladrubern passte, rettete die inzuchtgefährdete Rappherde mit seinem Fremdblut.
Romke 234 deckte bis 1985 in Kladruby, kehrte dann zurück in seine friesische Heimat, deckte bis 1990 und verstarb im Januar 1991, im stattlichen Alter von 25 Jahren.Ein wichtiger Abschnitt in der Entstehungsgeschichte des Friesen ist das Barockzeitalter. Der Friese wurde auf bekannten Hofgestüten für fürstliche Prunkkarossen und Paradezwecken gezüchtet. Schwarz wurde damals schon bevorzugt, dies verlieh den Pferden eine gewisse Vornehmheit.Das iberische Pferd hatte Einfluss auf viele Barockpferderassen und somit auch auf die friesische Rasse. Durch die mitgebrachten iberischen Hengste, der spanischen Besatzung in den Niederlanden, prägten zum zweiten Mal die Friesen. Dem "Andalusier" verdankt der Friese sein barockes Aussehen und seine erhabenenBewegungen, die bis heute noch unverkennbar sind. In den Adern des Friesen fliesst daher dasselbe altspanische Blut wie bei den Lipizzanern, den Frederiksborgern, den Kladrubern und den Neapolitanern. Fälschlicherweise wird der Friese oftmals als leichtes Kaltblutpferd bezeichnet.
Zu den Barockpferden zählen Pferde wie der Lusitano, PRE (Pura Raza Espagnola, der fälschlicherweise oftmals als Andalusier bezeichnet wird), Lipizzaner, Kladruber, Knabstrupper und natürlich unsere Schwarzen Perlen. Im 18. Jahrhundert haben in Holland die reichen Bauern ihre Friesenpferde für die Sonntagskutsche, für Transporte sowie Marktbesuche und volkstümliche Trabrennen gehalten.Der Preis bei einem Trabrennen war oft eine silberne Peitsche. Dies brachte den Friesen den Namen "Harddraver" ein und machte ihn berühmt.Später als die Distanzen verlängert wurden, wurde der Friese durch die schnelleren und ausdauerden Vollblütern ersetzt.Sowie sich die Mode der Kleider änderte, änderte sich auch der Geschmack der Pferdezüchter. Die Armee verlangte nach Reitpferden mit schnellen Galoppaden und flachen Trabgängen. Die Landwirtschaft nach schweren starken Kaltblütern für die Landwirtschaftsmaschinen. Und so ging die Nachfrage für das Friesenpferde immer mehr und mehr zurück.
Stammbuchgründung1879 wurde die "Koninklijke Vereniging Het Friesch Paarden-Stamboek" gegründet, kurz F.P.S. genannt, die königliche Vereinigung desFriesen-Pferdestammbuches (die Schirmherrin des F.P.S. ist heute noch Königin Beatrix). Doch die Friesenpopulation nahm nach kurzem Aufschwung immer mehr ab. Nach der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Kreuzungen von Pferden im Allgemeinen empfohlen. Man führte zwei Stammbücher, eines für die friesische Rasse und eines für Kreuzungsprodukte. Wie zum Beispiel, Friese mit Oldenburgern, die dem Geschmack ausländischer Käufer besser entsprach. 1913 konnte die Vereinigung "Het Friesche Paard", das friesische Pferd, mit einer kleinen Gruppe von Friesenanhänger, vor dem Aussterben bewahren. Schon zweimal, 1896 und 1913, wurden die Friesen vor dem Aussterben gerettet. Es gelang, durch den Kauf bester friesischer Hengstfohlen, diese Rasse zu erhalten, ja sogar zu verbessern!Von 1914 bis 1943 wurde das zweite Stammbuch noch geführt mit Pferden der nicht friesischen Rasse. Seit 1954 werden nur noch in "einem" Stammbuch rassenreine friesische Pferde erfasst.
Nach dem 2. Weltkrieg erholte sich der Bestand der Friesenpferde etwas,sank aber erneut bis 1967 rapide durch die landwirtschaftliche Motorisierung ab. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Friesenpferd in seiner Heimat als Fahr- und Freizeitpferd neu entdeckt. 1974 - 1978 entstanden neue friesische Zuchtvereine.
Siegeszug rund um die Welt1980 in Offenburg an der EuroCheval und 1981 auf der Equitana, der grössten Pferdemesse Deutschlands, wurden die Friesenpferde das erstemal in Deutschland vorgestellt. Von da an startete das Friesenpferd einen bis heute anhaltenden Siegeszug rund um die Welt.Der Friese wurde zum lebendigen Kulturgut unserer modernen Zeit. Heute erfreut sich das Friesenpferd auch in der Schweiz immer grösserer Beliebtheit. Die schweizerische Friesen-Population zählt heute über 350 Pferde.
RassemerkmaleDer Friese ist nicht nur schön, sondern auch klug. Ein Charmeur mit exotischem Aussehen, dem man fast nicht widerstehen kann. Dank seines freundlichen menschenbezogenen Charakters, mit seinem lebhaften Temperament, grosser Nervenstärke und Zutraulichkeit und faszinierender Ehrlichkeit, ist der Friese ein geeignetes Familien- und Freizeitpferd geworden. So wie für viele Sparten der Reiterei und des Fahrsports offen.Er eignet sich auch zur Offenstallhaltung sofern dieser trocken ist und bei Regen und Schnee nicht Matschig wird. Kälte verträgt er gut, jedoch die knallige Sommerhitze macht ihm wegen seinem dichten und schwarzen Fell zu schaffen. Da Friesenpferde sehr langen und dichten Kötenbehang haben, ist es selbstverständlich, dass man auf trockenes und sauberes Einstreu für seinen Schlafplatz, sowie auf trockene Fesselbeugen achten sollte. Das Langhaar wird von einigen wenigen Friesenbesitzern zwecks Schonung geflochten und nur zu Ausritten, Fototerminen oder Shows geöffnet. Kämmen sollte man das Langhaar jedoch nicht allzuviel. Besser ist von Hand verlesen, denn beim Friesen ist jedes lange Haar zu schade, dass er durch Kämmen verlieren könnte. Einen Fell- und Mähnenspray ist für die Pflege daher sehr nützlich. Hin und wieder kann (sollte) das Langhaar, gewaschen werden. Doch Friesen haben manchmal ein zwiespältiges Verhältnis gegenüber Wasser. Da Friesische Weiden zum Teil nur mit tiefen Wassergräben abgetrennt werden, fürchten Friesen manchmal flache Wasserstellen. Haben sie jedoch vor dem Wasser keine Angst mehr, können sie zu richtigen Wasserratten werden.
Das Friesenpferd verfügt über (eifrige) Gelehrigkeit, ist mutig, ruhig und zuverlässig. Er ist ein Kumpel und geht mit seinem Besitzer "durch dick-und-dünn", er ist ein sehr anhängliches und besonderes Tier. Der Friese macht für seinen Menschen alles, doch nur dann wenn es das berühmte klick (gefunkt) gemacht hat. Deshalb verkraftet er Reiter-/Besitzerwechsel nicht immer so einfach. Erstaunt sind immer wieder viele Pferdefreunde, wie umgänglich die Friesenhengste - und auch die Deckhengste - sind. Nicht zuletzt seines typischen Äusseren wegen, ist er als Zirkus- und Hoheschule-Pferd sehr geschätzt. Schon vielePferdefreunde konnten Friesen in unserem Schweizer National Zirkus Knie in verschiedensten Schaubildern bewundern. Der Showeffekt des anmutigen kohlschwarzen Rappen mit stolzgetragenem gebogenen Hals, wallendem Haar und breiter Brust ist perfekt. Die lange Mähne, die oft bis zum Boden fallende voluminöse Schweif und der üppige Kötenbehang hat zur Bezeichnung der "gefiederten Pferde" - "Schwarze Perlen" beigetragen. Gezüchtet werden die Friesen ausnahmslos in schwarz. Kleine Kopfzeichen, Stichelhaare, Flocke, Stern,oder einige weisse Haare an Ober- oder Unterlippe sind erlaubt. Beinabzeichen sind nicht erlaubt. Der Friese ist meist von kräftiger Natur, mit einem edlen Kopf, mit ausdrucksvollen sanften, grossen Augen und kleinen Ohren mit zueinander geneigten Ohrspitzen. Er hat eine sehr hohe Aufrichtung. Einen starken kräftigen Hals, der fliessend in den Rücken übergeht. Meistens hat er einen flachen, breiten Widerrist, ebenso tonnenförmige Rippen. Eine leicht gespaltene gut bemuskelte Kruppe mit starker Hinterhand, die viel Schub bringt. Der Schweif ist tief angesetzt. Typisch sind die schwungvollen, raumgreifenden Bewegungen und die hohe Knieaktion. Der Liebhaber spricht von "steppenden" Gängen. Der Friese ist beliebt als talentiertes Fahr- und Showpferd, sowie ein treuer Freizeitpartner.
Besonders effektvoll ist der Friese vor einer friesischen "Sjees" mit dem schwarz-weissen Originalgeschirr. Diese Kutsche ist ein Einachser mit riesigen Rädern, einer Gondel als Sitz und meistens weiss. Nur in der Sjees sitzt der Mann links und die Frau rechts. Die Leute tragen dazu ein volkstümliches, altfriesisches Trachtengewand (aus ca. 1860). Diese Kutsche ist der Traum manches Friesenfahrers. In Holland gibt es Fahrturniere, genannt Concoursen, wo extra Friesenfahrprüfungen stattfinden. Es gibt sogar ein Stammbuch für die friesischen Sjezen.Bei der Wahl eines Friesenpferdes sollte man sich genau über seine Verwendung im Klaren sein.
Man kauft bestimmt kein Jagd- oder Springpferd (obwohl mancher Friese für einen Sprung von 1m zu haben ist), wohl eher ein schönes Kutschen- und Dressurpferd, aber bestimmt immer einen treuen, ehrlichen, anhänglichen und willigen Kameraden.

Quelle:Petra S.von Känel www.friesenlovecoach.ch


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