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Der Pferdeschädel

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Der Pferdekopf

Die Schädelknochen haben meist eine platte Form. Mit ihrer Verknöcherung formen sie den Hirnschädel. Die Schädel- und Gehirnhöhlen sind relativ klein.

Das Schädeldach, bestehend aus Nasenbein, Stirnbein und Scheitelbein, deckt die Nasen- und Gehirnhöhlen ab. Somit schützt es die Augen, die Nasenmuscheln und vor allem das Gehirn. Am Übergang vom Gesichts- zum Hirnschädel ist das Stirnbein. Dieses ist doppelwandig und zum Teil durch die beidseitigen Stirnhöhlen luftgefüllt.

1. Nasenbein
2. Stirnbein
3. Scheitelbein
4. Zwischenkieferbein
5. Oberkieferbein
6. Jochbein
7. Schädelbasis
8. Hinterhauptbein mit Drosselfortsatz
9. Unterkiefer

1. Augenhöhle
2. Schläfengrube
3. Äussere Gehöhrgang
4. Kiefergelenk

Die Spitze des Oberschädels formen das Zwischenkieferbein mit den Oberkieferschneidezähnen jeder Seite, sowie das anschliessende Oberkieferbein und das kleine, seitliche verdeckte Gaumenbein. Sie bilden gleichzeitig die Bodenplatte der beiden Nasenhöhlen als auch das Dach der Mundhöhle. Die Seitenwand des Schädels ist durch die im Oberkiefer befindliche Reihe der Backenzähne geprägt. Der tragende Knochen ist das Oberkieferbein mit den durch die Kieferhöhlen belüfteten Nasenhöhlen. Diese sind vergrössert. Seitlich an den Augenhöhlen und der Schläfengruben befindet sich das Jochbein. Es trägt an seinem hinteren Ansatz das Kiefergelenk. Den Abschluss an der Schädelseitenwand bilden das Hinterhauptbein und das Drosselfortsatz.


Der Unterkiefer

Der Mandibula (Unterkiefer) besteht aus zwei Knochen. Dieser ist im Alter von 2-3 Jahren an knöchern miteinander verbunden. Einem kleinen Bewegungsspiel Raum bleibt vorhanden, was für das Zahn- und Schädelwachstum auch von Nöten ist. Im vorderen Bereich hat der Unterkiefer Vertiefungen (Alveolen oder Zahnfächer) für die Schneidezähne. Dann folgt der Zahnfreie bereich (auch Diastema genannt) an. Weiter hinten kommen dann die Backenzähne. Der Unterkiefer wird von einem Kanal durchzogen in dem die Nerven und die Blutgefässe ihren Weg finden. Die gesamte Länge eines ausgewachsenen Pferdegebiss vom letzten Backenzahn bis zum Schneidezahn beträgt etwa 35cm.



Der Oberkiefer

Im Schädel ist der Unterkiefer (Maxilla) der größte Knochen. Er besteht aus mehreren Knochenteilen und ist über Knochennähte verbunden. Der vordere Teil des Oberkiefers hat Fächern für die oberen Schneidezähne. Seitlich befinden sich zwei Wege (Kanäle)in denen Blutgefässe und Nerven zu den Augenhöhlen führen. Der Nasengang ist über eine Öffnung im zweiten Backenzahn mit den kleinen und großen Kieferhöhlen im Oberkieferbein verbunden. Die Kieferhöhlen sind unterschiedlich groß, je nach alter von dem Pferd. Die letzten vier Backenzähne bilden den Boden von den größeren Kieferhöhlen. Deswegen können Entzündungen im Backenzahnbereich (Zahnwurzelenzündung) schnell zu augen-, Nasen-, Ohren- und Stirnhöhlen Entzündungen führen.



Die Kiefergelenke

Auf beiden Seiten des Pferdekopfes befindet sich ein Kiefergelenk. Die Gelenke befinden sich hinter dem Auge und kurz vor dem Ohr. Wie alle anderen Gelenke hat auch das Kiefergelenk eine Gelenkkapsel. Auch enthält das Gelenk eine Kerbelscheibe. Das Kiefergelenk ist ein zweiteiliges Walzengelenk. Die ganze Konstruktion des Kiefergelenks erlaubt den Pferd das Maul zu öffnen und zu schließen so wie das seitliche zerkauen.



Milchzähne

Die Milchzähne treten in Abständen auf. Die Zagnen nach etwa 5-8 Tagen, die Mittelzähne nach 5-8Wochen und die Eckschneidezähne nach 5-9 Monaten. Der genau Zeitpunkt ist schwer zu sagen, da auch Rassenverschiedene Zeiten vorkommen.

Die Milchschneidezähne haben wie die Schneidezähne Kunden (Kunden sind Vertiefungen auf der Kaufläche des Zahnes). Diese sind etwa 3-4mm tief und nutzen sich mit der Zeit ab. Die Abnutzung ist chronologisch, so kann er zur Altersschätzung herangezogen werden. Die Milchhackenzähne treten im Normalfall nicht hervor.



Schneidezähne

Diese Zähne bilden die vorderen Zahnbögen. Die Schneidezähne (Incisivi) besitzen nur eine Wurzel. Nach den Schneidezähnen folgt im Ober- so wie im Unterkiffer eine Zahnfreie Zone. Bei Hengsten ist hier gelegentlich ein Hackenzahn zu finden. Bei Stuten weniger aber es kommt auch vor. Nach dem freien Raum schließen sich die vorderen (Prämolaren) und die hinteren (Molaren) Backenzähne an. Im Oberkiffer haben sie drei wurzeln und verfügen über zwei Schmelzbecher. Jene im Unterkiffer besitzen zwei Wurzeln und keine Schmelzbecher.

Im Laufe der Jahre strecken sich die Schneidezähne nach vorne. Im Alter von 5-8 Jahren entsteht so das Zangengebiss. Im Alter von 8-15 Jahren das Halbzangengebiss und im Alter von über 15 Jahren das Winkelgebiss.

Das Zangengebiss. Der Zahnbogen steht wie eine Kneifzange aufeinander

Das Halbzangengebiss. Die Oberen Schneidezähne befinden sich noch im Bogen, die unteren Schneidezähne haben sich mehr gestreckt.

Das Winkelgebiss. Die Schneidezähnbögen bilden ein spitzen Winkel. Die oberen Schneidezähne sind nun auch nach vorne geschtreckt.



Hackenzähne

Die Canini (Hackenzähne) treten im alter von etwa 4-5 Jahren auf. Im Unterkiffer liegen sie etwas weiter vorne als im Oberkiffer. Bei Hengsten und Wallachen sind oft alle Vier vorhanden, bei Stuten sind es meist nur die oberen oder die unteren. In den meisten fällen aber kommt es bei den Stuten nicht vor oder aber sie treten nicht durchs Zahnfleisch. Da diese Hackenzähne keinen direkten Kontakt haben, können sie sehr lang werden. Dies ist für ein Pferd sehr schmerzhaft, da sie die Schleimhaut der Kiffer verletzen. Ein Pferdezahnarzt kann diese zähne aber kürzen.



Backenzähne

Im Oberkiffer ist der erste vordere Backenzahn der so genannte Wolfszahn. Im Unterkiffer kommt dieser eher selten vor. Der Wolfzahn muss nicht immer sichtbar sein. Er kann von Schleimhaut bedeckt sein und wird daher erst mit einem Röntgen sichtbar. Durch das Gebiss kann er schmerzhaft gereizt werden. Dies kann zu schweren Untugenden vom Pferd führen. Der Wolfszahn tritt im alter von 5-6 Monaten hervor. Nicht immer wird er sofort erkannt. Daher empfiehlt sich sein Pferd von einem Spezialisten untersuchen zu lassen, sollten gewisse Anzeichen vorhanden sein. Anzeichen könnten zum Beispiel das verweigern vom Gebiss, Beißen, Kopfschlafen oder sogar Steigen sein.


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