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Barockes Reiten
Die vollendete Dressur
Barockes reiten heißt nichts weiter als mit feinsten Hilfen vollendete Reiterkunst zu zeigen.
Das Wort Barock stammt aus dem Portugiesischen (barocca) und bedeutet schiefrunde Perle. Das Adjektiv wurde daher als abwertend gebraucht. Nicht gerade eine freundliche Betitelung für einen Reit-Stil.
In der Barockzeit endete die Reiterei im Nahkampf und machte dem reiten als Kunst platz. Das Reiten wurde zum eigen darstellen und brillieren genutzt. Die Kunst hatte in diesen Zeiten einen Bezug zur Wirklichkeit, die sicher der Schönheit und Ordnung der Natur verschrieben hat. So sollte es auch in der Reiterei sein. Durch das reiten sollte nicht nur der Reiter selbst anmutig erscheinen, auch das Pferd sollte Eleganz und Anmut ausstrahlen. Unter Ludwig dem neunten erreichte die damalige Reitkunst ihren Höhepunkt. Der durch die napoleonischen Kriege unterbrochen wurde. Die damaligen Reitmeister wurden durchaus auch als Künstler bezeichnet. Sie dienten vor allem dem ansehen von Monarchen, genau so wie der Hofmaler oder der Hofmusiker. Viele begriffe wurden aus dem französischen übernommen und gelten noch bis heute. So zum Beispiel die Piaffe oder die Traversale. Die Lektionen die man heute in der Dressur oder sogar in der Hohen Schule benutzt, stammen aus der Zeit vom Nahkampf. Sie wurden jedoch zur Vollendung weiter gelehrt und zum allgemeinen Staunen vorgeführt. Die Waffen die der Reiter zuvor noch getragen hatte, wurden im Barock durch eine Naturholzgerte ersetzt. Der Selbstzweck (im Kampf diente das Pferd als Schutz) verschwand und machte Platz für die Ästhetischen Aspekten. Den Charme und den Ausdruck des Pferdes, die Geschmeidigkeit und die Eleganz auf engem Raum, galt es zum Ausdruck zu bringen. Wobei der Reiter entspannt und im Gleichgewicht auf dem Pferd sitzt. Höchste Versammlung des Pferdes bei feinsten Hilfen.
Später begann man über sanfte Methoden der Pferdeausbildung nach zu denken. Die jungen Pferde wurden gezielt gymnastisiert um sie kräftig und gesund zu erhalten. Auch die Ausrüstung wurde den neuen Methoden angepasst. Um die gewünschten Lektionen vom Pferd mit Leichtigkeit und Frische ausführen zu können, ist das Geschick des Reiters gefragt. Somit galt es auch den Reiter zu Schulen und weiterzubilden.
Heute werden die meisten Pferde wieder zum Vergnügen gefüttert, gehalten und genutzt (dazwischen waren verschiedene Kriege in denen man das Pferd wieder anders Nutzte als nur zur Kunst). Es ist nicht unbedingt nötig ein typisches Barockpferd zu besitzen, um sich in der barocken Reitkunst zu schulen. Jeder der etwas Neues lernen möchte oder aber auch etwas weiterbilden möchte, kann die Barocke Reitkunst erlernen. Wobei die individuellen Fähigkeiten von Pferd und Reiter zu fördern ist.