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Der Araber
Ein Pferd der Wüste
Der Araber nimmt eine ganz besondere Position in der Welt der Rassepferde ein. Nicht nur, dass seine Zucht als die älteste überhaupt gilt, wird er heute wie schon damals zur Veredelung vieler Rassen eingesetzt.Der eigentliche Ursprung der Araber ist nicht genau bekannt, doch wurde die Arabische Halbinsel (wo das Pferd schon 5000 Jahre vor Christi Geburt gezüchtet wurde) als Heimatland offiziell anerkannt. Es besteht kein Zweifel, dass die von ihren Pferden begeisterten arabischen Stammesväter es nicht erlaubt haben, dass fremdes Blut in ihre Pferdezucht eingekreuzt wurde. Am bestand der Pferde und an ihrem Erscheinungsbild erkannte man den Reichtum eines Mannes. Schon Jahrhunderte vor anderen Zuchten ist die des Arabers entstanden. Das Heimatland forderte vom Pferd Gesundheit, Ausdauer, Stärke, Schnelligkeit und Mut. Diese Eigenschaften wurden von Generation zu Generation weitervererbt. Auch heute besitzt der Araber diese Eigenschaften.
Das Englische Vollblut wurde vom Arabischen Vollblut begründet. Arabische Pferde waren allerdings schon vorher auf dem europäischen Festland bekannt. In den folgenden Jahrhunderten verbreitete sich die Zucht über den ganzen Kontinent und spielte eine große Rolle in der Entwicklung fast aller heutigen europäischen Pferderassen. Die Spanier brachten die Araber auch nach Amerika, wo sie die dortigen Pferderassen mit beeinflussten, wie etwa das Morgan-Pferd.
Reingezogene Araber gibt es heute in vielen Gestüten der ganzen Welt, vor allem in Europa, aber auch in Amerika und Australien. Dadurch sind unterschiedliche Typen entstanden. Der »Wüsten«-Araber oder Ägyptische Araber hat heute noch den berühmten charakteristischen feinen Kopf mit der konkaven Nasenlinie, die trockenen Beine und vor allem die Ausdauer. Die spanischen Araber dagegen haben einen fast geraden Kopf und gerade Schultern; die polnischen Araber sehen als Jungtiere etwas einfach aus, entwickeln aber später sehr gute Schultern, Gliedmaßen und eine kräftige Hinterhand. Größe: höchstens 160 cm; Durchschnittsgröße bei 147 cm. Farben: Braune, Füchse, Rappen, Schimmel. Kopf: sehr kurz und edel mit konkaver Nasenlinie. Kleines Maul und großen Nüstern. Große Augen. Kleine, edle, bewegliche, nach innen geschweifte Ohren. Die konkave Nasenlinie des Arabers ist berühmt. Hals: normal lang, gut aufgesetzt, führt in eleganter Kurve zum Kopf ebenso wie in den Brustkorb. Mähne und Schopf von feinem, seidigem Haar. Schultern: schräg, aber nicht so wie beim Englischen Vollblut. Ausgeprägter, aber nicht zu starker Widerrist. Rücken: kurz, kräftige Lenden, lange Kruppe. Gebäude: tiefe Brust. Hinterhand: edel mit hoch aufgesetztem, seidigem Schweif. Gliedmaßen: klar, hart und trocken mit gut ausgeprägten Sehnen. Auch die Hinterbeine kräftig und wohlgeformt. Aktion: schöner, freier Schritt mit viel Bewegung aus der Schulter. Vor allem im Trab kommt die schwebende Vorwärtsbewegung gut zur Geltung.